Schulter Instabilität: Was kann die Physiotherapie tun?

Manchmal liegen Fluch und Segen nah beieinander. So auch beim Schultergelenk. Seine hohe Beweglichkeit bringt uns viele Vorteile, birgt allerdings auch eine Gefahr: Instabilität. Das Schultergelenk kann auf zwei Arten Probleme durch Instabilität bekommen. Zum einen durch die traumatische Instabilität, die durch einen Unfall oder Sturz ausgelöst wird und zum anderen die atraumatische Instabilität.

Wie kann die Physiotherapie helfen?

Die Physiotherapie kann dem betroffenen Patienten in mehreren Schritten helfen. Ausführliche Informationen und Aufklärung über das Thema Instabilität stehen am Anfang jeder Therapie. Danach wird der Ursache der eigenen Schulter-Instabilität ganz genau auf den Grund gegangen. Das ermöglicht es, die richtigen Maßnahmen für eine optimale Physiotherapie zu setzen.

In der Umsetzung der Physiotherapie kommen gezielte, individuelle Übungen zur Verbesserung und Wiederherstellung der Stabilität zum Einsatz. Der Fokus liegt dabei auf der Kräftigung der Muskeln, sowie auf der Haltung. Zusätzlich verbessern Maßnahmen aus der manuellen Physiotherapie den Zustand des Schultergelenks.

Den Abschluss machen ganz spezifische Übungen, die die Schulter wieder bereit für die üblichen Belastungen in Alltag, Sport und Beruf machen.

Arten der Instabilität

Je nach Ursache und Richtung der Instabilität gibt es drei verschiedene Kategorien.

  • TUBS – Traumatic Unidirectional Bankart Surgery
    Hier liegt eine traumatische Ursache, wie ein Sturz auf den gestreckten Arm oder eine blockierte Wurfbewegung vor. In 90 % der Fälle passiert die Luxation, also die Verrenkung des Oberarmkopfes nach vorne. Dabei kommt es sehr oft zu einer Schädigung der Gelenkslippe, zu einer sogenannten Bankart-Läsion. In den meisten Fällen ist hier einer Operation notwendig.
  • AMBRI – Atraumatic Multidirectional Bilateral Rehabilitation Inferior
    Die Instabilität tritt ohne vorheriges Trauma auf und die Schulter ist dabei in mehrere Richtungen instabil. Sehr häufig betrifft die Problematik beide Schultern. Die Behandlung erfolgt meist auf dem konservativen Weg, falls eine Operation dennoch notwendig sein sollte, wird eine Kapselstraffung vorgenommen. Vorsicht ist beim Wiedereinstieg geboten, da eine zu schnelle Steigerung des Trainings sehr leicht zu Problemen führen kann.
  • AIOS – Acquired Instability (of the) Overstressed Shoulder
    In diesem Fall passt sich die Schulter einer oft wiederholten Bewegung, wie beim Werfen oder beim Tennis-Aufschlag, an. Es kommt zu einer geringeren Innendrehung im Schultergelenk und zu einer größeren Außendrehung. Das wiederum macht die Schulter anfälliger für eine Instabilität. Hier ist es besonders wichtig, rechtzeitig mit präventiven, physiotherapeutischen Maßnahmen gegenzusteuern.