Wie kann die Physiotherapie bei Frozen Shoulder helfen?

Meist fängt es schleichend an. In einem langen Prozess nimmt die Beweglichkeitder Schulter ab und sehr häufig nehmen die Schmerzen immer mehr zu. Am Ende ist die Schulter wie eingefroren – eine Frozen Shoulder. Oder „Steife Schulter“ in der deutschen Version.

Eine Entzündung in der Schulter und Ablagerungen von Bindegewebe führen mit der Zeit dazu, dass sich die Schultergelenkskapsel zusammenzieht und nicht mehr auseinander geht. Das schränkt die Beweglichkeit des Schultergelenks zunehmend ein. Am häufigsten ist die nicht dominante Schulter betroffen. Die Dauer der Krankheit, die auch von Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus beeinflusst werden kann, fällt bei jedem Patienten anders aus. Im schlimmsten Fall können bis zur Heilung drei Jahre vergehen.

Mit der richtigen Behandlung lässt sich die Behandlungsdauer verkürzen. Hier kommt die Physiotherapie ins Spiel.

 Wie kann Physiotherapie bei einer Frozen Shoulder helfen?

  • Information: Richtige Aufklärung und Beratung über die Krankheit können sich positiv auf die Heilung auswirken.
  • Schmerzreduktion: Verschiedene Techniken wie die Manuelle Therapie können helfen, die Schmerzen zu reduzieren.
  • Bewegungsausmaß verbessern: Techniken wie Triggerpunkttherapie, Manuelle Therapie und bestimmte physiotherapeutische Übungen können die Beweglichkeit der Schulter verbessern.
  • Funktionserhalt und -wiederherstellung: Durch die richtige Physiotherapie werden der Erhalt und die Wiederherstellung der Funktionen unterstützt.
  • Gezielte Übungen: Der Physiotherapeut passt die Übungen genau an den individuellen Zustand der Erkrankung und des Patienten an.

 

Ursachen und Auslöser einer Frozen Shoulder

Eine steife Schulter kann unterschiedlichste Auslöser haben. Dabei unterscheiden wir zwei grundsätzliche Arten: primär und sekundär. Die primäre Frozen Shoulder tritt als eigenständige Krankheit auf, ohne bestimmten Auslöser bzw. Zusammenhang. Die sekundäre Form teilt sich in drei Faktoren auf.

  • Äußere Faktoren: Das betrifft Traumata, Sehnenentzündungen oder Verkalkungen.
  • Innere Faktoren: Dazu zählen der Bruch des Schlüsselbeins, Schulterblattes oder Oberarmkopfes, sowie Brustkrebs, ein Schlaganfall oder veränderte Bewegungen des Schulterblattes.
  • Systematische Faktoren: Das sind Krankheiten wie Diabetes mellitus, Parkinson bzw. Erkrankungen von Herz, Lunge oder Schilddrüse.

Die drei Stadien einer Frozen Shoulder Erkrankung

  • Stadium 1, die Entzündungsphase: Sie dauert zwischen zwei und neun Monate lang. Dabei werden die Schulterschmerzen immer stärker und erste Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit treten auf.
  • Stadium 2, die Steifheitsphase: Die Schmerzen lassen langsam nach, dafür tritt die Steifheit immer mehr in den Vordergrund, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Diese Phase dauert üblicherweise vier bis neun Monate.
  • Stadium 3, die Auftauphase: In der letzten Phase lösen sich die Bewegungseinschränkungen nach und nach. Die Schmerzen sind beinahe ganz weg. Um mögliche Folgeprobleme zu vermeiden, ist es jetzt ganz wichtig, die Schulter mit einer entsprechenden Physiotherapie behutsam wiederaufzubauen.